verband bildender künstler thüringen
verband bildender künstler thüringen e.v.

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ULRICH F. STANKE
„Ereignis 1 – 20“

Datum:
2016

Beschreibung:
Tusche, Acryl, Bleistift, Filzstift und Aquarell auf Aquarellpapier oder handgeschöpftem Büttenpapier, jeweils in Passepartout und weiß lackiertem Holzrahmen hinter Glas

Bildmaße:
15,7 x 25,4 cm x 20

Bildträger:
24 x 32 cm (Aquarellpapier) x 17
ca. 22 x 30 cm (Büttenpapier) x 3

Außenmaße:
43 x 53 cm (Rahmen) x 20 (172 x 265 cm)

Preis:
7.500,- Euro (2017 ohne Rahmen)
8.500,- Euro (2017 mit Rahmen)

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ULRICH F. STANKE
„Ereignis 8“

Datum:
2016

Beschreibung:
Tusche, Acryl, Bleistift und Aquarell auf Aquarellpapier in Passepartout und weiß lackiertem Holzrahmen hinter Glas

Bildmaße:
15,7 x 25,4 cm

Bildträger:
24 x 32 cm (Aquarellpapier)

Außenmaße:
43 x 53 cm (Rahmen)

Preis:
480,- Euro (2017 ohne Rahmen)
545,- Euro (2017 mit Rahmen)

KUNSTWERK DER WOCHE
Präsentation von "Ereignis 8" aus dem Ereignis-Werkkomplex als Kunstwerk der Woche beim Verband Bildender Künstler Thüringen vom 22.11. - 28.11.2016 auf der Krämerbrücke in Erfurt.

Ulrich F. Stanke


Malerei, Grafik, Freie Kunst, Interdisziplinäre Kunst, Kunst am Bau, Kunst im öffentlichen Raum

Hedwigstr. 3
01097 Dresden (Deutschland)
Fon 01636315728


Mobil 0163.6315728
ulrichf.stanke@googlemail.com
www.ulrich-f-stanke.artists.de


Mitglied in der Kartei "Kunst und Bauen"

DER EREIGNIS-WERKKOMPLEX


Post-informelle Kunst


Schnelle kraftvolle Pinselstriche werden, ähnlich der japanischen Kalligraphie, mit schwarzer Tusche auf Papier oder Leinwand katapultiert. Ein Malduktus, welcher gezielt den Ansatz des Arrangierens, Planens, Organisierens von Bild und dessen Aufbau untergräbt, um an das Unterbewusste, Nichtgreifbare, das „Echte“ im Künstler zu gelangen.

Jener informelle Ansatz, das Ablehnen von etablierten Kompositionsprinzipien und geometrischen Abstraktionen, wird der Überschrift „Ereignis“ gegenübergestellt und verweist so auf ein „still“ (engl.), ein filmisches Standbild, eine künstlerische Momentaufnahme, wodurch Vergangenheit und Zukunft impliziert werden. Bei der Betrachtung kann man demnach nicht nur das eigentliche Werk, sondern auch dessen Werdung, Findung und zukünftige Entfaltung rezipieren.

Die Farben sind frei gestaltet, im Grunde genommen kann man sie als Reaktion auf den vorangegangenen Prozess begreifen. Es dominieren die drei Primärfarben Rot, Gelb und Blau, was der Ästhetik der Moderne des frühen und mittleren 20. Jahrhunderts entlehnt ist.

Die Grundsatzfrage allerdings lautet: Was kann uns heute ein postinformelles Kunstwerk noch bieten? Ist es nur ein Abklatsch, ein zeitgeschichtlicher Bezug, welcher den Mantel der Genialität, das Aufbegehren gegen Etabliertes, längst abgelegt hat? Macht uns das Narrativ des „was-wir-heute-alles-wissen“ zum verwaltenden Element unserer Zeit? Ist ein Ausbrechen aus Bekanntem, Gewohntem überhaupt noch möglich, ja überhaupt noch gewünscht, wenn gegenwärtig einzig der Bruch weniger letzter Tabus noch provozieren kann? Ist gar die Kunstform des „Farbe-auf-eine-Fläche-auftragen“ am Ende und muss kapitulieren? Und was bedeutet es dann, wenn man es trotzdem tut?

Inspiriert wurde Ulrich F. Stanke durch einen Venedig-Aufenthalt, als er im Palazzo Venier dei Leoni im Hintergrund von Schwarz-Weiß-Fotos, auf denen Peggy Guggenheim abgebildet ist, Bilder des Malers Edmondo Bacci (1913 – 1978) entdeckte und sich für dessen künstlerisches Werk zu interessieren begann. Bacci hat sich in seiner Malerei dem Sujet abstrakter Darstellung kosmischer Ursprünge von Materie und Planetenkonstellationen in extraterrestrischen Regionen angenommen.

Ulrich F. Stanke stellte sich die Frage, ob es möglich sei ähnliche Stimmungen zu erzielen, aber über den Weg der informellen Kunst, also mit Mitteln des Formlosen und unter Bezugnahme der kunstästhetischen Überlegungen Hegels, nämlich vom Kunstschönen statt vom Naturschönen auszugehen. Kann allein durch bloße Faszination der Werke von Edmondo Bacci das eigene Unterbewusstsein so beeinflusst werden, dass sich dieses im Kunstwerk über den Weg des Informel manifestiert?

Erst später, nachdem der Werkkomplex mit dem Namen „Ereignis“ betitelt wurde, stellte sich heraus, dass der italienische Begriff „Avvenimento“, wie viele kosmische Formationsbilder von Edmondo Bacci benannt sind, mit „Ereignis“, „Vorfall“ oder „Erlebnis“ übersetzt werden kann.

SAMPLING ART, ÄSTHETIK DER VERGÄNGLICHKEIT UND GOLDENER SCHNITT


Ein verrosteter Picasso mit Falten und Patina?


Die Sampling Art ist im Wesentlichen der Gebrauch sowie das Übermalen von Originalkunstwerken anderer Künstler, bei der die Verwendung von Samples in der Musik auf die Bildende Kunst übertragen wird. Bands, Konzerte, Musikveröffentlichungen und insbesondere das Remixing musikalischer Kompositionen zeigen den starken Bezug des Künstlers zur Musik und verdeutlichen: die Sampling Art ist eine interdisziplinäre Brücke zwischen Musik und Bildender Kunst.

Im Fokus der Sampling Art liegt nicht der destruktive Vorgang – das Zerstören originaler Kunstwerke, sondern die Neuschaffung von Kunst mittels bestehender Werke. Wie etwa die des bekannten amerikanischen Künstlers Steve Keene, dessen Œuvre mit über 200.000 Bildern angegeben wird. Steve Keene malt pro Tag über 100 Bilder mit Serien gleicher Motive, sodass die Verwendung weniger seiner Werke für die Sampling Art als non-destruktiv gelten kann.

Die Sampling Art schärft den kreativen Blick des Betrachters durch Veränderung der eingebrachten Originale und der Veränderung ihrer ursprünglichen Sujets. Das Aufbringen neuer Oberflächen, das Verwenden mehrerer Originale – wodurch diese miteinander in einen Dialog treten können – oder die Fokussierung auf bestimmte Teilausschnitte machen eine Neubeurteilung von Originalkunstwerk und -kontext erforderlich.

Die Ästhetik der Vergänglichkeit zielt auf die Zeit und den ihr anhaftenden Verfall ab – alles altert, zwangsläufig, auch Kunst und deren Werke. Ulrich F. Stanke arbeitet mit Rost, Kupferpatina und Facettenlack, um spröde, vergänglich anmutende und durch ihre Zufälligkeit natürlich wirkende Formungen oder Schichtungen zu schaffen, die im Gegensatz zum konstruktiven Bildaufbau stehen. Ulrich F. Stanke lässt Kunstwerke anderer Künstler altern - sie beginnen zu rosten, bekommen Falten und Patina.

Der Goldene Schnitt, genauer das Goldene Rechteck, kehrt regelmäßig in seinen Arbeiten wieder und bietet die Basis seiner Kompositionen. Das Goldene Rechteck setzt sich aus einem Quadrat und einem kleineren goldenen Rechteck zusammen. Die natürliche Ausgewogenheit der Verhältnisse im Goldenen Schnitt wird in ihrer mathematischen Gleichung anschaulich:

Das Verhältnis der längeren Strecke (A) zur kürzeren Strecke (B)
ist genau so groß wie
das Verhältnis der gesamten Strecke (A+B) zur längeren Strecke (A).

Ulrich F. Stanke stellt jene ästhetische Ausgewogenheit dem Fehlen von Symmetrien gegenüber und lotet konstruktivistisch die Grenzen zwischen Spannung und Wohlgefallen aus.

FLUCHT


Ein Werkkomplex von Ulrich F. Stanke


Wie kann man sich diesem Thema künstlerisch nähern? Darf Kunst zu dieser Thematik ästhetisch sein? Was kann Ästhetik in diesem Zusammenhang leisten?
Seit 2015 arbeitet Ulrich F. Stanke an dem Werkkomplex Flucht. Flucht – eine politisch schwierige und menschlich extreme Situation, vor welcher Künstler nicht die Augen verschließen sollten. Im Werkkomplex Flucht wird die Ohnmacht von Flüchtenden einerseits sowie von deren Beobachtern bzw. Beobachterinnen andererseits thematisiert. Das Zusammenpferchen von Menschen auf Schiffen oder Transportern erinnert an die schlimmsten Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Aussparungen weisen auf ein Nicht-Zueinander-Passen sowie dessen Metaphorik des Nicht-Begreifen-Könnens hin.
25 Prozent des Verkaufserlöses kommen „Aktion Deutschland Hilft“, einem Bündnis von 13 Flüchtlingshilfsorganisationen, zugute.

SPEKULATIONSKUNST


Kritik am Kunstmarkt - Eine Kunstaktion über 25 Jahre


Die vom Künstler ins Leben gerufene Spekulationskunst ist eine Kunstaktion, bei der alle Kunstwerke von Ulrich F. Stanke einer Preisbindung unterliegen - von 2015 bis 2040 sind die Preise festgeschrieben und steigen jährlich um 25 Prozent. Die Spekulationskunst persifliert den Kunstmarkt und unterwandert ihn als solchen - eine Kunstaktion, die Sammlern und Kunstinteressierten den Kunstkauf mittels stabiler und transparenter Preisentwicklung erleichtert sowie nichtelitäre, kunstferne Schichten an den Kauf von Kunstwerken heranführen soll.

Ulrich F. Stanke übt mit der Spekulationskunst Kritik am Kunstmarkt indem er Marktmechanismen entlarvend offenlegt und diese, den Spiegel vorhaltend, selbst so einsetzt, dass der Ball zurückgespielt wird und gefährlich an Fahrt aufnehmen kann.
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